Enneagramm als Schreibwerkzeug: Typ 1
Das Enneagramm
Im letzten Post habe ich besprochen, was das Enneagramm ist und vor allem, wie ich es als Schreibwerkzeug verwende. Nun gehe ich in diesem und den folgenden Posts genauer auf die einzelnen Charakter Typen ein, so wie es zum schreiben nützlich ist und nicht mit den weit verbreiteten oberflächlichen Zuschreibungen von: Typ 6 ist loyal und Typ 3 ist ehrgeizig. Das Modell ist nur hilfreich, wenn man den Kern des Problems eines Charakters betrachtet. Dadurch kann man ihn verstehen und mit Hilfe des Modells eine vielschichtige Figur erfinden.
Beginnen wir mit dem Aufbau des Enneagramms. Es besteht aus 9 Typen, jeweils 3 Herztypen, 3 Angsttypen und 3 Bauchgefühl / Wut typen. Ein Charakter kann von mehreren, oder jedem der drei Gruppen etwas haben, oft geht es in einer Geschichte und einem Charakterbogen jedoch um die grösste Schwäche, ein Hauptproblem der Hauptperson, dass es zu überwinden gilt. Es hilf also, sich auf einen Typ für jeden Charakter zu konzentrieren, denn innerhalb davon können sich Charaktere auch sehr stark unterscheiden. Schliesslich geht nicht jeder gleich mit Angst, Wut oder dem Bedürfnis geliebt zu werden, um.
Wie erkennt man Typ 1 Charaktere?
Typ 1 Charaktere klammern sich an Regeln, die sie sich selbst und der Welt auferlegt haben. Sie halten starr an ihnen fest, auch wenn sie von Nachteil für sie selbst oder ihr Ziel sind. Sie sind wütend und hassen alles/alle die sich nicht an ihre Regeln halten und ihrem Standard an Perfektion entsprechen. Sie verabscheuen es, wie du redest, was du isst und was du an hast. Alle müssen den Regeln folgen, vor allem sie selbst.
Bei den Regeln kann es sich sowohl um Moralvorstellungen und Gesetze handeln, die wir selbst als moralisch gut ansehen, als auch um das Gegenteil. Menschen dürfen nicht lügen, stehlen und töten. Morden ist legitim, wenn es einen Nutzen hat. Alles, was dir als Autor einfällt, könnten zu den Regeln eines Typ 1 Charakters gehören. Sie müssen auch nicht der Kultur des Charakters entsprechen, es sind eigene persönliche schwarz weisse Moralvorstellungen von richtig und falsch und können den vorherrschenden Meinungen seiner Welt widersprechen.
Warum ist Typ 1 so?
Der Typ 1 Charakter hat in seiner Vergangenheit gelernt, dass er in einer turbulenten Welt nur dann inneren Frieden spüren kann, wenn er sich selbst und die Welt um sich herum korrigiert.
Die Typ 1 Charaktere sind Bauchgefühl Typen, die eine grosse innere Wut verspüren, die sie zulassen, wenn Regeln gebrochen werden. Denn dann ist die Wut gerechtfertigt. Das ist ihr System Gefühle zu kontrollieren, Wut zu kanalisieren und sich selbst im Griff zu haben.
Wie können sie über sich hinauswachsen?
Im Verlauf ihrer Geschichte werden ihre Vorstellungen in Frage gestellt. Um sich weiter zu entwickeln müssen die Typ 1 Charakter ihre Regeln brechen und sich die Hände schmutzig machen. Egal ob der Charakter dabei nach unseren moralischen Werten schlechter wird. Bezogen auf den Charaktertyp hat er sich positiv weiter entwickelt, wenn er die Regeln bricht. Eine negative Entwicklung wäre, wenn er an den Regeln festhält und dadurch selbst zu Grunde geht.
Beispiele zur positiven Charakterentwicklung, von uns moralisch unterschiedlich bewertet:
Ein Polizist der auf legalem Weg die Mafia nicht besiegen kann, muss selbst das Gesetz brechen, an das er sich starr hält.
Ein Arzt der immer alles dafür tut, dass seine Patienten überleben, wächst über sich hinaus, wenn er jemanden umbringt.
Ein Mafiaboss der nie vergibt und alle Feinde umbringt, muss jemandem am Leben lassen und verzeihen.
Wie scheitern sie auf persönlicher Ebene?
Scheitern in Bezug auf ihre Charakterentwicklung bedeutet nicht, dass sie ihren Feind nicht besiegen oder ihr Ziel / Want nicht erreichen. Es bedeutet, dass sie trotz allen negativen Konsequenzen an ihren Regeln festhalten und dabei selbst zu Grunde gehen. Trotzdem ist es Möglich, dass sie das äussere Ziel in der Geschichte erreichen.
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