Mein erstes Buch: Wie alles begann

Vor nicht ganz zwei Jahren habe ich mit dieser Geschichte begonnen, mein erstes Buch. Es fing damit an, dass ich durch alte Texte forstete und zwei Geschichtsanfänge fand, die mir sehr gefielen. Ich erinnerte mich noch an die ursprünglichen Ideen und entschied kurzer Hand, die beiden Entwürfe zu fusionieren. Es war schon seit vielen Jahren mein Ziel, ein Buch zu schreiben, dieses Mal, das nahm ich mir vor, würde ich diese Geschichte beenden. Als der Anfänger, der ich war und immer noch bin, schrieb ich ohne viel Ahnung und Plan drauf los. Ein Jahr später hatte ich knapp 400 Normseiten und über 80’000 Wörter. 

Ich war mit dem ersten Entwurf meiner Geschichte nicht zufrieden. Das Manuskript war himmelweit entfernt davon ein gutes Buch zu sein. Der Anfang war zu langatmig und es geschah zu lange nichts. Mein Schreibstil war verbesserungswürdig. Die Charaktere waren platt und langweilig. Die dramaturgische Struktur funktionierte nicht. Ich wusste das alles, aber ich wusste nicht, wie ich es verbessern konnte. 

Deshalb gab ich die Geschichte einer Lektorin, nicht für ein Lektorat, sondern um ein Gutachten zu erhalten. Ich wollte professionelle Hilfe, damit es ein gutes Buch wird und ich dafür nicht Jahre brauche. Es wäre auch möglich gewesen, eine neue Geschichte anzufangen, beim zweiten Versuch wäre es sicher viel besser geworden, aber das Project lag mir am Herzen und hatte meiner Ansicht nach viel Potenzial. 

Die Lektorin gab mir 12 A4 Seiten nicht sehr positives, aber hilfreiches Feedback. Ich entschied, das Buch von vorne noch einmal neu zu schreiben, weil das einfacher war, als zu überarbeiten. Beim Zeichnen wird ein zweiter Versuch auch oft besser, als wenn man ewig an dem fast fertigen Bild radiert und korrigiert. 

Ich verwarf den ganzen Anfang der Geschichte und begann sie an einem anderen Punkt. Der alte Anfang gehört jetzt teilweise in die Vorgeschichte des Hauptcharakters. Das Buch startet nicht mehr im Waisenhaus und mit dem Erlernen der Magie, sondern in den Armutsvierteln einer Stadt, wo sich Runa als Diebin durchschlägt. Das macht nicht nur den Anfang spannender und ließ mich direkt in die Handlung einsteigen, sondern so wurde auch die Hauptperson interessanter. Sie kann schon etwas am Beginn der Geschichte und ist nicht mehr ein hilfloses Ding, dass von der Handlung dahingetragen wird. Nein, jetzt trifft sie die Entscheidungen und ist aktiv. 

Das und viel mehr habe ich verändert. Mittlerweile habe ich wieder 200 Normseiten und 45’000 Wörter. Die Hälfte vom Letzten mal, aber ich weiß schon jetzt, dass das 2. Manuskript länger wird. 

Durch das viele Üben ist auch mein Schreibstil besser geworden. Früher gab ich die Geschichte Freunden, um Feedback und Motivation zu bekommen. Nette Komplimente habe ich schon erhalten, aber niemand hat weiter als die ersten 100 Seiten gelesen. Jetzt liest eine Freundin die Geschichte! 

Fazit: Familie und Freunde sind meist nicht ehrlich und gemein genug, um wirklich gute Kritik zu geben. Aber Komplimente sind auch nicht schlecht, das motiviert haha:)

Die Lektorin hat ebenfalls das erste Kapitel des zweiten Manuskriptes gelesen und mir sehr positives Feedback gegeben. Ich habe bei ihr nun im April die Zeit für ein Lektorat reserviert. Danach geht es an die Verlagsbewerbung oder Veröffentlichung im Selfpublishing. Jetzt heißt es erst ein Mal schreiben, schreiben, schreiben.


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